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06. Juni 2025

Hausmeister Helmut Kahnert im Ruhestand

Helmut Kahnert vor seiner ehemaligen Wirkungsstätte

Nach mehr als 30 Jahren am Grundschulstandort Rostrup ist Helmut Kahnert, der sich auch schon viele Jahre als Dolmetscher für die Städtepartnerschaft mit dem polnischen Gołuchów engagiert, als Hausmeister verabschiedet worden.

„Ich habe hier zum Teil drei Generationen aus einer Familie erlebt“, sagt Helmut Kahnert über seine mehr als 30 Jahre am Schulstandort Rostrup und lächelt. „Es war eine richtig schöne Zeit, aber alles geht irgendwann vorbei. Vielen Dank an die Gemeinde Bad Zwischenahn für das Vertrauen. Die Entscheidung, mich hier als Hausmeister einzustellen, hat mich und meine Familie geprägt.“ Zum 31. Mai geht der 65-Jährige in den Ruhestand.

Bei der Feierstunde zur Verabschiedung dankte Bürgermeister Henning Dierks gemeinsam mit den Schulleitungen der Grundschule Rostrup und der Christophorus Grundschule sowie Kolleginnen und Kollegen für die vielen Jahre zuverlässiger Arbeit und hob außerdem das langjährige Engagement für die Städtepartnerschaft der Gemeinde Bad Zwischenahn mit dem polnischen Gołuchów hervor.

Gebürtig aus dem ehemals deutschen Oberschlesien konnte Helmut Kahnert bereits die Sprache, als er nach Deutschland kam. Daher wurde die Gemeinde auf ihn aufmerksam, als Bad Zwischenahn vor 20 Jahren die Partnerschaft mit der Gemeinde Gołuchów schloss. „Ich weiß nicht genau, wie sie auf mich gekommen sind. Aber ich hatte vorher schon den Dolmetscher gespielt, als eine polnische Feuerwehr die Feuerwehr in Bad Zwischenahn besucht hat. Oder sie haben einfach in meiner Personalakte gesehen, dass ich aus Polen komme.“ Seitdem übersetzt er bei gegenseitigen Besuchen.

„Es war immer interessant, die Gespräche der Politiker und Bürgermeister zu übersetzen, die sich über alles Mögliche unterhalten haben. Ich habe mich immer mit allen gut verstanden und dadurch viele Menschen auf beiden Seiten kennengelernt. Zum Teil sind daraus echte Freundschaften entstanden.“ Wenn die Gemeinde es will, werde er auch künftig als Dolmetscher zur Verfügung stehen.

Helmut Kahnert kam mit seiner Frau und seinem Sohn im Dezember 1988 – also kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs – nach Deutschland, nachdem er in Polen als selbstständiger Landwirt gearbeitet hatte. „Wir haben meine Eltern und meinen Bruder besucht, die hier schon gewohnt haben, und sind dann nicht mehr zurück. Das hatten sie auch schon so gemacht“, berichtet der 65-Jährige mit einem Lachen: „Wie das früher halt so war.“

In Deutschland besuchten er und seine Frau zunächst die Europasprachschule in Oldenburg: „Meine Frau konnte nicht so gut Deutsch. Also konnte sie dort die Sprache lernen und ich konnte meine Kenntnisse vertiefen.“ Nach verschiedenen Stationen, unter anderem einer befristeten Anstellung beim Baubetriebshof der Kurverwaltung, ergab sich im Herbst 1994 die Gelegenheit, am Schulstandort Rostrup anzufangen: „Meine Frau hat dort als Reinigungskraft gearbeitet und als sie gehört hat, dass der Hausmeister in Rente geht, habe ich mich sofort beworben und wurde glücklicherweise genommen.“

Die Kolleginnen und Kollegen und auch die Eltern seien immer super gewesen. Auch mit den Kindern habe es immer Spaß gemacht: „Mit ihnen war immer Leben in der Bude.“ Außerdem sei die Arbeit sehr abwechslungsreich: „Ich hatte nie Langeweile und jeden Tag gab es etwas anderes zu tun. Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt.“

Wie bei der Arbeit, bei der er immer wieder auf neue Situationen habe reagieren müssen, habe er auch für den Ruhestand noch keine festen Pläne, sagt Helmut Kahnert, der mit seiner Frau mittlerweile aus der Hausmeisterwohnung in Rostrup nach Bad Zwischenahn umgezogen ist. „Wahrscheinlich werde ich meine Enkelkinder noch öfter betreuen, weil die Eltern beide berufstätig sind. Und vielleicht werde ich mal wieder angeln gehen. Das habe ich bestimmt schon 15 Jahre nicht mehr gemacht. Irgendwie war dafür nie Zeit.“

Gruppenbild mit Helmut Kahnert, Bürgermeister Henning Dierks und den Kolleginnen und Kollegen während der Verabschiedung